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Mittwoch, 10. April 2019

Durchgängiges Radwegenetz für Hessen

Lückenschlüsse, einheitliche Beschilderung und einheitliche Gestaltungsstandards sollen die bestehenden überörtlichen Radwege zu einem knapp 2.900 Kilometer langen durchgängigen Rad-Hauptnetz vereinigen, das regionale und lokale Netze verknüpft. Zusätzliche Radschnellverbindungen für Berufspendler sollen das Netz ergänzen wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Mittwoch auf dem vierten Hessischen Nahmobilitätskongress erläuterte.

Die Radschnellverbindungen sollen steigungsarm verlaufen und mit vier Metern Breite ausreichend Platz für Überholen und Gegenverkehr bieten, so dass sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde erlauben. Eine landesweite Studie hat dafür landesweit 42 mögliche Korridore identifiziert. Machbarkeitsuntersuchungen müssen nun die jeweiligen Realisierungschancen ausloten. Dafür vergibt das Land Fördermittel.

Hessenstandard Schneller Radfahren

„Autostraßen werden seit hundert Jahren nach einem abgestuften Netzplan angelegt, Fuß- und Radwege hat man dagegen weitgehend ohne Konzept geplant“, sagte Al-Wazir. „Das ändert sich mit dem Hessenstandard ‚Schneller Radfahren‘. Die koordinierte Weiterentwicklung des Netzes macht das Fahrrad auch auf längere Entfernungen zu einer attraktiven Alternative.“

Der Hessenstandard wurde unter breiter kommunaler Beteiligung in der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) entwickelt. Planungshilfen und Musterlösungen unterstützen Kommunen und Land dabei, ihre Radverbindungen einheitlich zu gestalten und zu beschildern. Dies schafft die Grundlage, um Radfernwege, Radwege an Landes- und Bundesstraßen und innerörtliche Radwege zusammenwachsen zu lassen. Hessen Mobil soll die Aktivitäten des Landes und der Kommunen miteinander koordinieren.

Nahmobilität in Hessen

Der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) gehören Kommunen, Interessensverbände, Hochschulen, Verkehrsverbünde, Planungsbüros und Kammern an. Derzeit hat sie 248 Mitglieder. Wichtigste Veranstaltung ist der Hessische Nahmobilitätskongress, zu dem am Mittwoch rund 400 Vertreterinnen und Vertreter aus den Kommunen, Interessensverbänden und Wissenschaft sowie Entscheidungsträger aus der Politik zusammenkamen.

Hessen unterstützt Kommunen bei Planung und Bau von Geh- und Radwegen und weiterer Infrastruktur wie Fahrradabstellanlagen mit durchschnittlich 13,5 Millionen Euro pro Jahr. Zudem fließen mehrere Mio. Euro jährlich in den Bau von Radwegen an Bundes- und Landesstraßen.



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